Looping: Der Geheime aber effektive Trick der Streetfotografie Profis
Streetfotografie Profis haben viele Tricks und Kniffe, wie sehr mehr aus ihren Fotorunden herausholen. Looping ist eine davon. Aber was ist es und warum ist es so effektiv?
Was genau versteht man unter Looping?
Looping klingt erstmal ziemlich fancy, aber eigentlich steckt dahinter ein recht einfacher Trick, der deine Streetfotografie ordentlich aufwerten kann.
Die Idee kommt aus dem Englischen und beschreibt nichts anderes als das Laufen von Rundwegen. Statt einen festen Start- und Endpunkt für deine Fototour zu haben, drehst du einfach eine Schleife – oder eine Art Kreis.
Früher hab ich mir eher gedacht: "Ich starte hier, laufe da entlang, und irgendwann bin ich fertig."
Das Problem dabei? Wenn du einen festen Endpunkt im Kopf hast, bist du irgendwann durch. Du merkst plötzlich, dass die Motive ausgehen, und dann war’s das. Du packst die Kamera ein, obwohl du vielleicht noch gar nicht alles entdeckt hast, weil du ja “sowieso kurz vorm Ende bist”.
Looping ist ein sehr einfacher Trick der gegen dieses Problem hilft. Du legst dich nicht auf einen bestimmten Anfang oder ein festes Ende fest.
Du kannst einfach eine spannende Route laufen, die am selben Punkt anfängt wie sie aufhört. Dabei muss es kein perfekter Ring sein, sondern einfach nur ein sinnvoller Rundweg. Und diesen kann man dabei nun beliebig verändern oder wiederholen.
Vielleicht entdeckst du beim zweiten Mal um die Ecke ein Detail, das dir vorher gar nicht aufgefallen ist. Oder das Licht hat sich geändert, und plötzlich sieht alles ganz anders aus.
Die Vorteile vom Looping
Looping bringt für die Streetfotografie jede Menge Vorteile mit sich. Wenn ich mich auf einen Rundweg einlasse, dann lasse ich den festen Endpunkt einfach weg.
Das bedeutet, dass meine Aufmerksamkeit während der gesamten Tour konstant bleibt, weil ich nicht kurz vor „Ende“ automatisch abschalte.
Stattdessen bestimme ich flexibel, wie lang oder kurz meine Runde wird. Und wenn ich will, laufe ich die gleiche Strecke auch mehrfach ab.
Eine Sache, die mir besonders hilft: Ich bin eher ungeduldig. Wenn ich eine Szene sehe, die Potenzial hat, möchte ich zwar darauf warten, dass etwas Spannendes passiert, aber minutenlang rumstehen und hoffen das das passende Motiv vorbei kommt? Das passt nicht zu mir.
Ich will in Bewegung bleiben und nichts verpassen. Genau hier zeigt Looping seine Stärke. Ich kann ein paar Minuten an einem Ort verweilen, das Licht checken, schauen, ob sich etwas tut. Und wenn nichts passiert, gehe ich weiter.
Da ich aber einen Rundweg laufe habe ich einen entscheidenden Vorteil: Beim nächsten Durchgang komme ich wieder an dieser Stelle vorbei.
Vielleicht hat sich das Licht verändert, der Schatten ist anders gefallen oder neue Menschen sind da. Ich bekomme einen zweiten Anlauf – ohne großen Aufwand.
Außerdem wirst du deinen Rundweg irgendwann gut kennen, bei mir zum Beispiel durch die Innenstadt von München. Inzwischen weiß ich, wo die Hotspots sind, wo viele Menschen vorbeikommen und wo die spannendsten Ecken liegen.
Das gibt mir ein Gefühl dafür, wie ich meine Energie einteilen kann. Es gibt Abschnitte, wo ich ganz genau hinschaue und gezielt nach Motiven suche. Und es gibt Phasen, in denen ich einfach entspannter laufe, weil ich weiß, dass es in ein paar Minuten wieder richtig spannend wird.
Dieser Wechsel zwischen intensiver Suche und lockerer Bewegung sorgt dafür, dass ich auch nach Stunden noch motiviert bin.
Looping macht es mir leicht, länger unterwegs zu sein, ohne dass es sich anstrengend anfühlt.
Und das Beste: Jedes Mal, wenn ich an einer Szene vorbeikomme, entdecke ich etwas Neues. So bleibt meine Streetfotografie abwechslungsreich und spannend.